mo-chridhe

September 2010

Heute ist der 27.09.2010. Lenny ist nun schon fast ein Halbes Jahr tod. In den vergangenen Monaten habe ich teils die Erinerungen versucht zu verdrängen, teils habe ich mir Vorwürfe gemacht das ich nicht bis zur Narkose an diesem Tag bei ihm geblieben bin.... ich mache mir noch immer Vorwürfe deswegen.

Die ersten drei Wochen nach Lennys tod waren für mich eher ein Trancezustand. Ich habe alles so gemacht wie immer, immer derselbe Tagesablauf. Dann, einige Wochen später habe ich gar nicht mehr an Lennys tod gedacht, weil ich nicht heulen wollte, weil ich nicht permanent Zweifel und Gewissensbisse haben wollte. Seit gut vier Wochen habe ich nun fast jeden Tag an Lenny gedacht, jeden Abend geheult und kann es immer noch nicht glauben. Das dieser teil meines Lebens für immer dahin ist.

Ich kann nie wieder das zottelige Fell streicheln oder in die braunen warmen Knopfaugen schauen.

In meinem Verwandtenkreis sind schon einige Menschen gestorben, da ich nie den engsten Kontakt zu diesen Personen hatte war es für mich zwar immer traurig, diese person zu verlieren, aber eben nicht mehr. Und das meine ich nicht böse, aber der Bezug fehlte einfach auf einer tiefen Ebene. Viele können Tierbesitzer bestimmt nicht verstehen, wie sie ihr Tier mit einem Menschen gleichstellen können. Aber es kommt nicht darauf an "was" für ein Lebewesen man verloren hat, sondern einzig und allein die Bindung dazu zählt und macht die Trauer aus.

Die Bindung zu Lenny war für mich enorm. Weil ich mit ihm die letzten 11 Jahre erlebt und gelebt habe. Er hat die längste Zeit an meiner Seite verbracht, in einer so bedingungslosen Freundschaft. Ich hätte niemals für möglich gehalten in eine so tiefe Trauer zu fallen.

Ich weiß auch das es "nur" ein Tier war.... aber wer mich kennt, weiß das es "nur" Tiere für mich nicht gibt.

Ich kenne die Phasen der Trauer nicht, aber ich hätte nie gedacht, dass es wirklich körperlich weh tun kann. Dieses Wissen, etwas zu verlieren, verloren zu haben - einfach nicht mehr da - wirklich weg, unwiederbringbar fort. Das ist nicht nur schmerzhaft sondern macht mir auch Angst, zeigt mir wie schnell die Zeit verrinnt und alles vorbei ist.

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