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Blutsbrüder

Dieses Jahr war aber nicht nur ein positives Jahr für uns. 

In der Umzugsphase, in meine eigene Wohnung, bemerkte ich an Lenny eines Tages eine Art Zusammenbruch. Ich war in meinem neuen Wohnzimmer und Lenny stand in der Balkontüre und fing an zu schwanken. Er speichelte und sackte in sich zusammen.

In meiner Panik sprach ich ihn an, er reagierte nicht. Er krampfte und fing auf einmal an unsagbar schlimm zu jaulen. Als wenn er Schmerzen hätte. Ich ging zum Telefon und rief den Tierarzt an, ich sollte sofort kommen.

Noch bevor ich überhaupt wußte wie ich Lenny ins Auto wuchte, stand er neben mir und schaute mich an. Er stand zwar etwas zittrig da aber er stand.

Innerhalb ein paar Minuten erreichte ich dann den Tierarzt, schilderte ihm was geschehen war und seine Diagnose: Epilepsie!

In mir brach eine Welt zusammen. Was bedeutete nun "..er hat Epilepsie...?" Der Tierarzt meinte, es wäre bei Hunden nichts ungewöhnliches und in den meisten Fällen können sie damit sehr gut leben. Lenny bekam auch keine Tabletten dagegen. Nur ich bekam den Rat - wenn er einen Anfall hat und wieder zu sich kommt, solle ich mich fern halten bis er wieder klar im Kopf ist. Es könnte nämlich passieren das er mich nicht erkennt und dann nach mir schnappt oder zubeisst  ...

Ich habe von da an bei jedem Anfall IMMER neben Lenny gesessen, leise mit ihm geredet, ihn gestreichelt, dafür gesorgt das es abgedunkelt war, kurzum - ich war für ihn da .... und was soll ich sagen, er hat mich nie auch nur angeknurrt danach. Ehrlich gesagt habe ich mehr den Eindruck gehabt, dass er und ich so eng zusammen wuchsen, dass er sein Leben in meine Hände legte und was soll ich sagen - ich vertraute ihm meines blind an. Ab diesem tag waren wir wie Blutsbrüder... der eine für den anderen.

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